Arme Schweine

Das neue Tierschutzgesetz schneidet schlecht ab – außer Ferkelhoden

Im Rahmen der Pressekonferenz vom 23. Februar 2017, die wir gemeinsam mit den Organisationen VGT, Wiener Tierschutzverein und dem Verband Pro Tier gegeben haben, haben wir folgende Erklärung zu den geplanten Änderungen im Tierschutzgesetz und der 1. Tierhaltungsverordnung abgegeben:

Die im aktuellen Entwurf vorgesehene Form der Ferkelkastration lehnt die Tierschutzorganisation UNITED CREATURES entschieden ab. Es handelt sich dabei nach wie vor um eine Schmerzkastration.

Diese stellt nicht nur aus Sicht der EU-Behörde EFSA eine Tierquälerei dar. Ebenso sah das ein über 2 Jahre immer wieder tagender Facharbeitskreis. Diesem gehörten neben Wissenschaft und Tierschutz auch VertreterInnen von Schweinebranche, Viehhandel und Landwirtschaftsvertretern an. Das klare Ergebnis war: Die Schmerzkastration ist nicht tiergerecht! Daher wurde diese als Methode auch nicht weiter diskutiert, sondern drei Alternativen dazu, die weltweit bereits vielfach im Einsatz sind.

Leider hat das Tierschutzministerium mit dem vorliegenden Entwurf der neuen Tierhalteverordnung die Entscheidung getroffen, der Wissenschaft und ihrem eigenen Arbeitskreis, kein Gehör zu schenken. Die geplante Regelung bedeutet, dass weiterhin ohne Schmerzausschaltung kastriert wird! Es wird lediglich die Gabe eines post-operativen Schmerzmittels vorgeschrieben.

Dieses post-operativ wirksame Schmerzmittel ist keinerlei Verbesserung, sondern bereits jahrelange Praxis; Gegen die WÄHREND der Operation auftretenden Schmerzen hilft es naturgemäß NICHT.

An anderen Stellen werden durchaus Verbesserungen bezogen auf die Eingriffe an Nutztieren eingeführt; Mit dem Verweis darauf, dass Eingriffe ohne Schmerzausschaltung eine hochgradige Schmerzbelastung für die Tiere darstellen und daher strikt abzulehnen seien. Bei den Schweinen ist diese hochgradige Schmerzbelastung ebenso unumstritten. Das genau hier, trotz vorhandener Alternativen, im glatten Widerspruch zur restlichen 1. Tierhaltungsverordnung gehandelt wurde, hinterlässt den unangenehmen Beigeschmack von Lobbyismus, beziehungsweise fehlendem Rückgrat auf Kosten der Tiere.

Tierschutzgesetz für die Tiere, nicht die Wirtschaft!

UNITED CREATURES unterstützt daher die Demonstrationen, die der VGT am 24. und 25. März plant. Alle Informationen zum Mitmachen finden sich auf der Website des VGT.

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