Arme Schweine

Ebermast als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration

Eine der möglichen Alternativen zur Schmerzkastration, wie sie bis heute in der österreichischen Landwirtschaft bei Ferkeln durchgeführt wird, ist die Mast von unkastrierten Jungebern. Diese wird oft von verschiedenen Seiten als schwer durchführbar dargestellt. Die Tiere wären wahnsinnig aggressiv, heißt es, und bei vielen der Tiere würden Geruchsauffälligkeiten auftreten, welche die Kund*innen nicht akzeptierten.

Der aktuelle Stand der Forschung und die Ergebnisse der Praxisversuche zeigen jedoch ein ganz anderes Bild!

Ebermast ist möglich – ohne Stinker-Problem

Für Anfang Juli lud das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) zur Tagung „Ebermast – Stand und Perspektiven“. Auf dieser wurden aktuelle Ergebnisse von Versuchen vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse und Arbeiten zeigen alle in die gleiche Richtung: Ebermast ist in Kürze eine realistische Option – und auch wirtschaftlicher als die bisherige Praxis! Schon heute werden in Deutschland 13 Prozent der männlichen Schweine unkastriert gemästet.

Die bisher oft als größtes Problem dargestellten Geruchsauffälligkeiten in der Ebermast stellen sich in den aktuellen Studien als weit weniger dramatisch dar als angenommen. Die „Stinker-Quote“ liegt im niedrigen einstelligen Prozent Bereich. Und da die Neigung zur Geruchsbildung vor allem genetisch bedingt ist und sich in der Zucht bereits deutliche Fortschritte abzeichnen, kann der Anteil der geruchsauffälligen Eber voraussichtlich innerhalb weniger Generationen auf unter 1 Prozent reduziert werden.

Ökonomie und Tierschutz sprechen ebenfalls für die Ebermast

In wirtschaftlicher Hinsicht bietet die Ebermast maßgebliche Vorteile. Bis zu. Bis zu mehrere Euro pro Tier können die Kostenersparnisse gegenüber der Mast von Sauen und kastrierten Ebern betragen. Das liegt unter anderem an der besseren Futterverwertung von unkastrierten Ebern.

Und auch die Angst vor verstärkter Aggressivität unter den Jungebern bestätigt sich in neueren Verhaltensstudien nicht. Versuche mit unterschiedlichen Haltungs- und Fütterungsbedingungen im Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg zeigen, dass die Tiere zwar vermehrt aufspringen, sich dabei aber gegenseitig nur selten relevante Verletzungen zufügen. Die Ebermast ist also ohne tierschutzrelevante Verhaltensprobleme möglich.

Weitere Informationen zur Ebermast

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