Arme Schweine

Nur heiße Luft? Dann besser Luftballons aufblasen statt Versprechen platzen zu lassen!

Ein überdimensionales Schwein saß heute Morgen vor dem Lebensministerium in Wien. Zusammengesetzt aus zahlreichen Luftballons. Und mit Hoden. Wie es sich für ein ordentliches, männliches Schwein gehört; was aber in Österreich eine Seltenheit ist, denn die meisten männlichen Ferkel werden wenige Tage nach ihrer Geburt ohne jegliche Schmerzausschaltung kastriert.

Und weil das genauso schmerzhaft und tierquälerisch ist, wie es klingt, gab es in den letzten Jahren Arbeitskreise und Diskussionsprozesse, um diese medizinisch nicht notwendige Operation wenn schon nicht zu verbieten, dann doch wenigstens nur unter Schmerzausschaltung durchzuführen. Wie in manchen Ländern bereits seit Jahren üblich, und in anderen EU-Ländern in Kürze vorgeschrieben.

Ein Schwein voll heißer Luft

Foto der FairFerkel Schweinedemo vor dem Stephansdom in Wien

Fotograf: Christof Prammer

Diese Gespräche mit Politik, Handel und Landwirtschaftsvertretungen liefen in gepflegter und konstruktiver Atmosphäre ab.  In Kooperation mit der Wissenschaft entstanden gemeinsame Positionen:

  1. Die heute übliche Kastration ohne Betäubung ist Tierquälerei.
  2. Das sogenannte Schmerzmittel, das heute lediglich anstatt einer sinnvollen Schmerzausschaltung gegeben wird, erfüllt NICHT den Zweck, die Schmerzen des Tieres zu vermeiden.
  3. es gibt drei Alternativen, die ausreichend erforscht sind und in der Praxis auch bereits Anwendung finden: chirurgische Kastration mit Betäubung, Jungebermast und Immunokastration.

Trotzdem scheint im Moment alles darauf hinauszulaufen, dass diese Gespräche wieder einmal ohne Konsequenz bleiben. Was traurig und erschütternd ist. Denn auch 8 von 10 ÖsterreicherInnen fordern laut einer jüngsten Umfrage, dass die Politik diesen tierquälerischen Eingriff verbietet. Aber dazu scheint es „dank“ Interventionen konservativer Lobbygruppen nicht zu kommen.

Wurde hier also jahrelang in aufwändigen Arbeitskreisen mit zahlreichen Sitzungen nur heiße Luft produziert?

Für heiße Luft haben wir eine bessere Verwendung. Zum Beispiel eine Schweine-Skulptur aus Luftballons aufzublasen. Das haben wir mit AktivistInnen und KampagnenleiterInnen der am Bündnis „FairFerkel“ beteiligten Organisationen heute Morgen auch gemacht. Und so saß es vor dem Landwirtschaftsministerium und mahnte die Politik, dass die Ferkel Ergebnisse brauchen, keine Versprechungen.

schwein-vor-lebensministerium

Fotograf: Christof Prammer

Video der Aktion und zwei Interviews

Während der Aktion entstand ein Video, welches Dir wir natürlich nicht vorenthalten wollen. In diesem beantwortet unter anderen auch unser Kampagnenleiter Michael Hartl Fragen zur Ferkelkastration und zum bisherigen politischen Prozess.

Was, wenn es wirklich nur heiße Luft war?

  • An der Situation der Ferkel hat sich nichts verändert. Diese werden weiterhin ohne Betäubung kastriert. Nahezu alle männlichen Schweine in Österreich.
  • Die Politik bleibt bisher eine klare Position für die Tiere und für eine wissenschaftlich dringend geforderte Veränderung der Gesetzeslage schuldig.
  • Der Handel mit seinen Supermärkten reagiert nicht und auch bei BIO Produkten ist diese Verstümmelung die Norm, ein Zustand, der laut der zuständigen EU-Behörde EFSA Tierquälerei ist.

Du selbst kannst natürlich ab sofort auf Schweinefleisch verzichten, egal ob konventionell oder bio, und damit diesen Wahnsinn nicht mehr mitfinanzieren. Da dann jedoch weiter Ferkel in Ställen leben und ohne Betäubung kastriert werden, brauchen wir Dich darüber hinaus auch als UnterstützerIn unserer Kampagne „Arme Schweine“, die sich ein Ende der betäubungslosen Ferkelkastration und weiterer Verstümmelung von Ferkeln verschrieben hat.

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Weitere Informationen rund um die Ferkelkastration, warum wir so vehement dagegen sind, und welche Alternativen es gibt, findest Du in unserem Bereich Ressourcen.

schwein-ueberreicht-flyer

Fotograf: Christof Prammer

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