Arme Schweine

Hofers Auskunft zur Kritik an Ferkelkastration für FairHof

Nach unserem Artikel Hofers blinder Fleck bei FairHof haben sich einige Konsument*innen bei Hofer beschwert, dass beim Tierwohl-Programm „FairHof“ auf eine tiergerechte Lösung der Ferkelkastration verzichtet wird.

Der Supermarkt-Riese Hofer hat darauf mit folgendem Schreiben geantwortet, dass wir unter Faktencheck: Hofers Auskunft über FairHof unter die Lupe genommen haben:

Die Kastration der Ferkel findet in unserem Projekt unter der verpflichtenden Wirkung von Schmerzmitteln statt und deckt sich mit den Vorgaben der AMA sowie Bio-Austria.

Keine der derzeit verfügbaren Alternativen erachten wir als optimal. Es werden jedoch aktuell Alternativen getestet, die zu einer weiteren Verbesserung des Tierwohls beitragen sollen.

Eine Kastration ist leider unvermeidbar, da unkastrierte, männliche Schweine weitaus aggressiver sind und es im Zuge der Mast zu Verletzungen kommen würde. Zusätzlich wäre das Fleisch des Ebers aufgrund des starken Geruchs nicht verwertbar.

Im Schnitt werden die Tiere am 3. Lebenstag unter verpflichtender Schmerzmittelgabe kastriert.

Reaktion nach der Kastration:

  • Das unter dem Schmerzmittel kastrierte Ferkel sucht Wärme, hat eine pumpende Atmung, aber kein Flankenzittern!
  • Nach 15 Minuten ist das Ferkel unauffällig: kein aufgezogener Bauch, kein Hängenlassen des Schwanzes.
  • Das kastrierte Ferkel sucht Kontakt zu seinen Wurfgeschwistern.
  • Das kastrierte Ferkel lässt sich bei Wurfgeschwistern nieder.

Es ist geplant ab Mitte 2017 ein Projekt mit der BOKU (Fr. Dr. Leeb) zur wissenschaftlichen Evaluierung der Vor- und Nachteile aller praxisnahen Kastrations-Methoden zu starten. Die jeweiligen Methoden werden dazu in ausgesuchten Betriebe getestet und bewertet. Die tiergerechteste Methode die dabei ermittelt wird, könnte anschließend als Vorlage für alle Züchter geltend gemacht werden.

Zurzeit müssen wir leider feststellen, dass unserer Einschätzung nach keine der Alternativ–Maßnahmen optimal ist. Gerade in der konventionellen Schweinehaltung wird es zu einer verstärkten Konzentration auf Großbetriebe kommen, wo meist viele andere, äußerst belastende Umstände für die Tiere herrschen (Zähneschleifen, Schwanzkupieren, Vollspaltenböden, keine Stroheinstreu und kein Auslauf, schlechte Luft, wenig Licht, Abferkelkäfige usw.).

Wir wollen keineswegs sinnvolle Maßnahmen verhindern. Allerdings bitten wir, immer auch die Folgen von bestimmten Aktivitäten zu betrachten.

Die Betäubung an sich verursacht bei den Ferkeln bereits einen erheblichen Stress. Der kann teilweise sogar größer sein als durch die betäubungslose Kastration im Gesamten auftritt, da die Betäubung – besonders mittels Injektion – nicht immer auf Anhieb funktioniert (falsche Dosierung, fehlerhaftes Setzen der Nadel, Verletzungen durch ruckartige Bewegungen, …). Die Ferkel müssen, um überhaupt betäubt werden zu können, zumindest 3-4 Wochen alt sein. Was wiederum bedeutet, dass dadurch sowohl eine größere Wunde als auch ein deutlich langsamerer Heilungsprozess entsteht. Das allergrößte Problem ist aber die Aufwachphase. Die Ferkel brauchen meist Stunden, ehe sie sich von der Narkose erholen. Zuerst purzeln sie lange Zeit durcheinander, die Wunde wird dadurch eventuell verschmutzt. Im weiteren Verlauf des Aufwachens, ca. nach ½ bis 1 Stunde merken dann die Ferkel, dass etwas nicht stimmt, sie legen sich dann nieder. Sie können insgesamt etwa 3 Stunden nicht zur Mutter zurück, erhalten in dieser Zeit natürlich auch keine Milch.

Lies jetzt unseren Faktencheck zu diesen Behauptungen von Hofer bezogen auf die Ferkelkastration: Faktencheck: Hofers Auskunft über FairHof

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